Auf der Rock’n’Reggae-Road zur Rum-Fabrik Appleton auf Jamaica

Ahoi meine lieben Freunde!

Jacks-Buddel-mit-RumEs ist wieder so weit, ich bin endlich wieder auf Tour! Diesmal geht es wieder einmal mit dem Clubschiff AIDAvita auf hohe See, jetzt aber acht Wochen lang quer durch die nördliche Karibik.
Fehlende Berichte aus der Mittelmeer-Zeit reiche ich in den nächsten Wochen nach – Bärensache! Hier aber mal ein brandaktueller Bericht aus der Karibik.
Anfangen möchte ich gleich einmal mit einem absoluten Ausflugs-Highlight, dem Besuch der weltberühmten Appleton Rum-Destille. Wenn Ihr also wissen wollt wie ich kleiner Seeräubär zu dieser extrem feinen Buddel voll Rum gekommen bin, dann nehmt Euch en wenig Zeit und lest den folgenden Reisebericht.

Als mein Besitzer, der AIDA-DJ Dan meinte, er wolle es in der ersten Woche an Bord etwas ruhiger angehen lassen, dachte ich mir schon wie öde wird das wohl…
JackBearow WulanDoch die liebe Barmanagerin Ina kam ihm da – Neptun sei Dank – gründlich in die Quere. Ein Platz war noch frei auf der Tour des AIDA-Barpersonals zur Rum-Fabrik von Appleton auf Jamaika. Eine Fortbildung für jeden Baarkeeper und so, machten wir uns zu fünfzehnt auf den Weg vom Liegeplatz in Montego Bay in das  jamaikanische Hochland. Mit einem Kleinbus ging es über die Rock’n’Reggae-Road hinauf in die Berge. Zwei Stunden wurden wir durchgerüttelt, denn die Straßen auf dieser schönen Insel sind mehr als marode. Jamikanische-Baustelle

Unser Bar-Engel Wulan aus Indonesien hatte Mitleid mit mir und nahm mich gerne auf den Schoss. So durfte ich von dort aus die Fahrt vorbei an den bunten Holzhütten und der dichten Vegetation beobachten. Augen zu und durch war die Devise, denn spätestens nach 20 Minuten auf dieser Rüttelfahrt macht jeder noch robuste Magen schlapp. Doch unser Fahrer O’Neal steuerte das Gefährt schnell und sicher in das Hochland, Yah Mon- Respect! 😉

JackBearow-at-AppletonRumJamaica Endlich wieder  festen Boden unter den Füßen stieg die Laune erheblich. Gracie von der AIDA-Bar nahm mich bei der Hand und rein ging es in die Rum-Fabrik, wo wir mit einem lecker Becher Rum-Punsch begrüßt wurden. JacksRumfassDas Zeug stellte auch endlich wieder halbwegs normale Zustände im Verdauungstrakt ein. Gleich von mir in Beschlag genommen wurde dies kleine Fässchen mit Rum, aber es sollte noch dicker kommen…
Raus ging es in den Garten der Rum-Destille, wo ein kleines Museum zum Anfassen auf uns wartete. Erster Stopp war der kleine Esel hier, welcher nur zu Demonstrationszwecken für Touristen zeigte, wie früher der Zuckersirup, welcher der Grundlage für jeden Rum ist, aus dem Zuckerrohr gepresst wird.

Rum-EselMit der Kraft einer Eselsstärke kamen immerhin 65-75 Prozent der Flüssigkeit aus dem Gewächs. Inzwischen erledigen das Maschinen mit einer Effizienz von bis zu 95 Prozent. Zur Belohnung für seine drei Runden an der Presse bekam der nette Herr Esel übrigens das ausgepresste Zuckerrohr zum Essen. Jammi!  JacksAusritt

Ich wollte den Rest der Tour nicht mehr zu Fuß bestreiten und kaperte mir diesen Eselskarren am Wegesrand, aber der störrische Kerl wollte einfach nicht losfahren… *brummel*

Na gut, dann  eben zu Fuß rauf auf den ehemaligen Wachturm. Von dort gab es einen tollen Blick auf das Land rund um das Appleton-Anwesen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Insel Jamaika entstand vor 16 Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch. Auf diesem fruchtbaren Boden gedeihen jede Menge tropische Pflanzen und so geht es auch dem Zuckerrohr, welches von den spanischen Eroberern erstmals angebaut wurde sehr gut. Das Hochplateau von Appleton liegt in einem Talkessel, wo es sogar vor den alljährlich wütenden karibischen Stürmen gut geschützt ist. Nach einem Blick über die firmeneigenen Felder ging es in die eigentliche Destille, wo aber nicht fotografiert werden durfte. Auf dem Weg dorthin erklärte uns der freundliche Guide, dass der Zuckerrohrsaft erst einmal zentrifugiert wird um die Melasse von den Zuckerkristallen zu trennen. Der dabei entstehende braune Zucker wird weiterverkauft, nur die Melasse wird in der Destille genutzt.

Dort werden Jahr für Jahr elf Millionen Liter feinster  Rum hergestellt. Jeder einzelne Tropfen Appleton Rum kommt aus diesen Räumen und bringt die Sonne Jamaikas in die weite Welt. Zur Herstellung gibt es inzwischen zwei Verfahren. Da wäre einmal die klassische Destillation für die feinen Brände, welche im ersten Brand 85 % Alkoholgehalt haben aber so natürlich nicht verkauft werden. Diese Methode ist zwar langsam, dafür aber besser für den Geschmack. Die weniger sanften Brände werden in einem etwas schnelleren Verfahren hergestellt und enthalten dann 95 % Alkohol im ersten Brand. Verschnitten werden diese Brände übrigens nur für drei der zahlreichen Rumsorten die aus dieser Fabrik kommen. Was aus den Rohren kommt ist übrigens erst einmal so klar wie Wasser. Dieser weiße Rum kommt geschmacklich an den einfachen Bacardi heran, doch dieser ist nicht wirklich die erste Wahl von Rumkennern. Der braune Rum ist wesentlich geschmackvoller. Die unverkennbar goldene Farbe und das feine Aroma erhält der braune Rum erst im nun folgenden Lagerungsprozess.  Appleton-Rumlager

Im Lagerraum nebenan angekommen staunte ich nicht schlecht, denn ich war im Paradies angelangt! Fast 8500 (!) Fässer Rum, teilweise bis zu 24 Jahre alt, lagerten hier in 40-Liter-Fässern aus weißer Eiche. Und dies sei nur das drittkleinste Lager, meinte unser Guide. Sollte eine Katastrophe auf Jamaika passieren, was ich nach diesem Anblick nicht hoffe, gäbe es noch zwei geheime Lager in der Karibik, damit der feine Tropfen nicht zur Neige geht. 😉Jack-im-Rumparadies
Ei, hier wollte ich mich verstecken und mir eine Bleibe einrichten, doch meine Fluchtversuch wurde entdeckt… Mist! 😦
Die Eichenfässer auf diesen Bildern sind übrigens von Jack Daniels, denn auf Jamaika gedeiht vieles, nur keine weisse Eiche. Ursprünglich lagerte darin der gute dreijährige Whiskey, doch nach der Entleerung werden die Fässer ausgebrannt und für Appleton verwendet. Dieser Reinigungsprozess und die Tannine im Holz verleihen dem Rum seinen goldenen Glanz und den weichen Geschmack.

Der Fachmann rät übrigens von Cuba Libre, also Rum mit Cola ab, da man sich durch den ganzen Zucker am nächsten Tag schlecht fühlt. Er rät dazu Rum pur, mit Eis oder Wasser oder frischen Fruchtsäften zu genießen. Cranberry-Saft soll sich ganz toll mit braunem Rum mischen lassen  – ich werde das testen!

Zuckerrohr-PresseAn dieser handbetriebenen Presse durften unsere Barkeeper mal zeigen was sie so drauf haben und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der frisch gepresste Zuckerrohrsaft riecht wie Mais, also nach reiner Stärke, schmeckt aber recht lecker. Auf der Insel mischt man ihn übrigens gern mit Lime-Juice und einem Schuss Gin.

Noch schnell ein Gruppenfoto mit Bär und dann ging es weiter im Programm!

Gruppenbild-Appleton-Jamaica
Anschließend gab es dann zur Stärkung noch ein feines Essen im Museums-Restaurant. Reis mit schwarzen Bohnen, Kartoffeln, Salat, Hühnchen auf jamaikanische Art und dazu den lecker Rumpunsch – was für eine Grundlage! Und die brauchten wir auch, denn nun kam das eigentliche Highlight der Tour – die Verköstigung! *grins*

Zehn Flaschen aus der hauseigenen Produktion standen dort zum Testen, doch leider mussten alle Barkeeper und auch der DJ noch arbeiten. Und so blieb es bei einigen fachkundigen Schlückchen. Mit dabei waren dort nicht nur normaler Rum sondern auch exotische Mischungen, wie etwa Rum mit Piment, welcher meiner Meinung nach sehr gut in Glühwein passen würde und auf Jamaika auch zum Einlegen von Fleisch verwendet wird. Dann waren da noch der weiße Kokos-Rum, welcher sich hervorragend für Pina Colada eignet, eine Rum-Creme, ähnlich wie Baileys, aber um Welten besser und dasselbe mit Kaffee-Creme. Dann noch ein Rumlikör mit Honig… Ei, das wäre was für mich! Aber mein Besitzer entschied sich für einen zwölf Jahre alten Rum, da will ich mal nicht so sein… Als Abschiedsgeschenk gab es für mich dann noch die oben gezeigte Buddel mit Rum – nur für mich! *höhöhö*

Anbei nun noch ein paar Impressionen aus dem Königreich des Rums:

Alte-Rum-Destille
Destilliations-Anlage aus dem 19. Jahrhundert.

Appleton-Garten
Im Garten von Appleton-Rum, begleitet von stolzen Pfauen.

Appleton-Tour
Damit wurde vor Erfindung des Automobils der Rum auf Jamaika geliefert…

Appleton-Rum-Truck
…und damit danach! 😉

Über Stock und Stein ging es dann zurück zum Schiff und trotz all der Strapazen muss ich gestehen, dass es die Reise wert war… Cheers, Mon! ;o)

Gebloggt auf Kabine 3215 an Bord der AIDAvita im kariibischen Meer.

3 Gedanken zu “Auf der Rock’n’Reggae-Road zur Rum-Fabrik Appleton auf Jamaica

  1. Jamaika ist eine der schönsten der Inseln in der Karibik besonders die abwechslungsreiche Landschaft mit den Blue Mountains ist echt sehenswert. Wenn man seinen Urlaub auf Jamaika verbringen will, ist es besonders interessant die Insel auf eigene Faust zu erkunden.

  2. In dem Teil der Welt war ich irgendwie noch gar nicht. Sieht aber ganz interessant aus. Wenn ich dereinst doch einmal in die Gegend komme, dann werde ich sie auch auf eigene Faust erkunden. Das hab ich sonst auch immer so gehalten und wunderbare Erlebnisse und Eindrücke sammeln können. Die Fotos sind auch ganz großartig.

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